Goldwaschen Surselva: Einige Tipps zu Fundstellen

Goldwaschen am jungen Rhein

Disentis (auf Rätoromanisch Mustér) ist eine Gemeinde in der Region Surselva im Kanton Graubünden, Schweiz. Der Ort liegt auf rund 1130 Metern Höhe am oberen Vorderrhein.
Das Kloster Disentis ist das älteste durchgehend bestehende Benediktinerkloster nördlich der Alpen. Es prägt mit seinen beiden markanten Zwiebeltürmen das gesamte Landschaftsbild der oberen Surselva.
Der Zusammenfluss von Vorder- und Medelser Rhein bei Disentis im Kanton Graubünden ist ein Ort, an dem sich zwei mächtige Bergbäche zu einem Strom vereinen. Hier liegt der Duft von Stein und Harz in der Luft und die Welt ruht für einen Moment.
Goldwäscher-Paradies: An warmen Sommerwochenenden am Vorderrhein bei Disentis schaufeln die Glücksritter im glitzernden Wasser.
Frühmorgens in Trun am Vorderrhein - die Kiesbank im Vordergrund ist goldreich - genauso wie die Felsritzen auf der rechten Flussseite.
Bündner Gold aus der Surselva (Vorderrhein) - ein körniges, manchmal nicht sehr reines Gold, weil es noch nahe an seiner Berggold-Quelle liegt.

Wo du in Graubünden am besten zum Goldwaschen hingehst

Die Region Surselva hat eine magische Anziehungskraft auf Goldwäscher! Surselva (rätoromanisch) bedeutet „ob dem Wald“. Gemeint ist der Wald bei Flims. Von hier wurde die Region ein erstes Mal bevölkert. Die römische Kultur (Romanen) kam entlang dem Rhein flussaufwärts. Das Wasser hat die Landschaft geprägt und sich ins Gestein eingefressen. Wasser heissen hier Rheine: Rein da Medels, Rein da Sumvitg. «rein» heisst «der Fliessende», ein altes vorrömisches Wort. Wenn sie klein sind heissen sie «Aua», wenn sie toben «Darguns», Drachen. 1320 km lang ist der Rhein zwischen Quelle (Tomasee, 2345 m) und Nordsee (Rotterdam). Er schafft eine Verbindung zwischen Alpen und Europa.

Die Surselva hat eine kurze aber intensive Goldgeschichte. Willst du dem Abenteuer Surselva-Gold auf die Spur kommen? Auch diese Abenteur-Geschichte findest du im Buch "Gold in der Schweiz", das du hier im Online-Shop erhältst.

Disentis

Disentis

Das Gold am jungen Rhein

Eingequetscht zwischen den beiden uralten Kristallin-Kernen der Zentralalpen liegt entlang dem Vorderrhein zwischen Sedrun/Disentis und Trun eine besondere geologische Einheit: Die Tavetscher Decke (alter Begriff: "Tavetscher Zwischenmassiv"). Es ist eine etwa 30 km lange und wenige Kilometer breite tektonsiche Einheit aus Schiefern und Gneisen mit überdurchschnittlich vielen kleinen Erzvorkommen. In diese Gesteine gelangte auch Gold – vermutlich durch magmatische Prozesse – gebunden an winzige Sulfid‑Mineralien wie Pyrit, Arsenopyrit und Pyrrhotit. Man findet dieses Gold heute als mikroskopisch kleine Teilchen (2–50 µm), oft direkt am Pyrit „klebend". Als die Alpen aufstiegen, wurden die Gesteine weiter stark gefaltet, geschiefert und durchwärmt. Dieser alpine Gebirgsbildungsprozess hat das Gold nicht neu erschaffen, aber stellenweise umverteilt und in bestimmten Schieferhorizonten angereichert - es ist auch zu Freigold-Bildung gekommen. In der Surselva kennt man mehrere parallel verlaufende, steil stehende goldführende Schichten von teils mehreren hundert Metern Mächtigkeit, die sich über Kilometer erstrecken – besonders im Gebiet Medel bis Somvix, aber auch Richtung Sedrun und ins Vorderrheintal. Typische Goldgehalte liegen im Gestein bei rund 4–7 g/t, lokal bis 14 g/t und in Einzelfällen sogar höher - also abbauwürdige Konzentrationen. Die Verwitterung hat das Gold aus den Hängen und Schutthalden in den jungen Vorderrhein und seine Quellflüsse Medelser Rhein und Somvixer/Sumvitg‑Rhein gewaschen. Deshalb findet man dort vor allem winzige körnige Goldflitter, manchmal auch kleine Nuggets – das bekannteste Schweizer Nugget (123 g) wurde 1997 bei Disentis gefunden.

Die goldführenden Bäche der Surselva

  • Vorderrhein – goldführend von Sedrun bis hinunter nach Trun und weiter bis in den Bodensee
  • Medelser Rhein – der "Discovery Claim" des Surselva-Goldes. Entwässert südlich des Garvera bei Disentis in den Vorderrhein.
  • Somvixer Rhein – sammelt das Gold nördlich des Garvera und aus der Greina und trägt es in den Vorderrhein.

Das Gold der Surselva ist "launisch" und verbirgt sich gut. Du musst wesentlich mehr Kies bewegen als z.B. im Napfgebiet, um einige Goldflitter zu Gesicht zu bekommen. Die grossen Nuggets finden sich fast nur auf dem anstehenden Fels («Bedrock»), auf den man ohne langwierige Vorarbeit und der gewaltigen Gesteinsbrocken wegen kaum vordringen kann. 

Goldwaschplätze mit Anfahrt

Hier stelle ich dir exemplarisch als Kostprobe aus dem Buch "Gold in der Schweiz" zwei ausgewählte, öffentlich zugängliche Plätze vor. Bitte beachte: Verhältnisse können sich ändern!

Vorderrhein bei Disentis

Anreise mit dem Auto:

  • Via Oberalp oder Chur nach Disentis. Von dort Richtung Lukmanierpass, vor der Brücke über den Vorderrhein links abzweigen zum TCS-Camping am Naturbadesee Fontanivas.
  • Parkieren entlang dem Vorderrhein (in rechte Strasse beim Camping-Eingang einbiegen und durch Camping hindurch fahren bis zum Fluss)

Anreise mit dem ÖV:

  • Mit der Bahn bis Bahnhof Disentis, dann mit dem Postauto bis Haltestelle Fontanivas oder 30 min. Fussmarsch.

Schwierigkeitsgrad & Ausrüstung:

  • Leichter Zustieg, ideal für Familien. Gummistiefel und Schaufel genügen (Fischerstiefel/hüfthohe Stiefel nötig, um den Fluss zu überqueren).

Gut zu wissen:

  • Vom Camping aus etwas 1 km flussaufwärts den Medelser-Rhein (bis Gemeindegrenze zu Medels) und 1/2 km flussabwärts den Vorderrhein bis zur Stahlbogen-Brücke (Punt da Brulf) ist der Flussabschnitt vom 1. Mai bis 15. September zum Goldwaschen frei gegeben.
  • An schönen Sommertagen tummeln sich hier am Wochenende die Goldwäscher.
  • Früher (in den 1980er-/1990er-Jahren) fand sich in dieser Gegend in etwa 80 cm Tiefe eine "rote Schicht" - eine Kiesschicht die mit rötlichem Lehm durchsetzt war. Die rötliche Farbe stammt von eisenhaltigen Mineralien. Wenn solche Mineralien mit Sauerstoff und Wasser in Kontakt kommen, findet in dieser "Belüftungszone" eine chemische Reaktion statt: die Oxidation. Das Eisen "rostet". Es bildet sich Eisenoxid (Hämatit) oder Eisenhydroxid. Winzige Mengen reichen, um Sedimentschichten rötlich/gelblich/bräunlich zu färben. Unterhalb dieser Oxidationszone liegt die Zementationszone (Anreicherungszone). Hier ist die rötliche Sedimentationsschicht hart und verbacken. Hier reichern sich die eisenhaltigen Mineralien und auch das Gold über Jahrtausende an. In der rötliche Schicht fanden Goldwäscher früher mehrere Gramm Gold pro Tag. Heute ist diese Schicht fast vollständig verschwunden, da der Fluss von Goldsuchern bereits gut durchsucht ist. Das Gold, das du heute findest, liegt als lose Partikel im Sand und Kies. Es ist "nachgeschwemmtes" Gold aus den Bergen und nicht mehr das Jahrtausende alte "Zementationsgold". Du Glückspilz du, falls du noch etwas rote Schicht anschneidest!
  • Swisstopo-Link
  • Offizielle Gesetze und Karten: Goldwaschen und Kristallsuchen in der Region Sedrun/Disentis/Medels
  • Die Goldwasch-Kurs-Anbieter Aurira (Sandro Cavegn), Gold-Gusti (August Brändle) und Stefan Gass befinden sich den Sommer über vor Ort 
  • Restaurant Ustria Fontanivas bei der Camping-Reception

Vorderrhein bei Trun

Anreise mit dem Auto:

  • Via Oberalp oder Chur bis Trun. Beim Volg Trun die Via Ferrera entlang durch das Gelände der innovativen Schreinerei Maissen zum Rhein.
  • Parkieren beim Kunstpfad Trun 
  • Von hier 2 Minuten Fussweg. Folge einem der Trampelpfade auf die Kiesbank zum Vorderrhein

Anreise mit dem ÖV:

  • Mit der Bahn bis Bahnhof Trun. Von dort 10 Minuten Fussweg.

Schwierigkeitsgrad & Ausrüstung:

  • Leichter Zustieg, auch machbar für Familien. Gummistiefel und Schaufel genügen.

Gut zu wissen:

  • Das Vorderrheintal in der Surselva ist durch den Wechsel von weiten Beckenlandschaften und engen Talabschnitten geprägt. In Trun rücken die Talflanken zusammen und der Talboden wird schmaler. In solchen Talengnissen steigt die Chance für Hobby-Goldwäscher, Gold zu finden.
  • Swisstopo-Link

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