Goldwaschen am Napf: Einige Tipps zu Fundstellen

Wo du im Napfgebiet am besten zum Goldwaschen hingehst

Das Napfgebiet zwischen Luzern, Bern und dem Emmental liegt mitten in der Schweiz und ist das Herz der Schweizer Goldwäscherei. Sein Gold speist die Flüsse Emme, Aare und Reuss. Vom 14. bis ins 19. Jahrhundert gab dort berufsmässige Goldwäscher. Aus geologischen Gründen gilt: Jeder Bach, der am Napf entspringt, führt Gold. Das Napfgold ist zwar klein – Nuggets wirst du hier nicht finden – dafür gehört es mit seinem hohen Feingehalt zum reinsten Waschgold überhaupt. Auf dieser Seite zeige ich dir einige Tipps zu Bächen und Waschplätzen.

Suchst du einen breiteren Überblick zum Napfgebiet und den weiteren, goldführenden Regionen der Schweiz? Diesen findest du im Buch "Gold in der Schweiz", das du hier im Online-Shop erhältst.


Napfbergland

Das Napfbergland

Warum der Napf ein Goldgebiet ist

Der Napf (1408 m ü. M.) besteht aus Nagelfluh. Das ist verfestigter Schutt urzeitlicher Flüsse. Sie transportierten vor Millionen von Jahren gewaltige Geröllmassen aus den in der Gebirgsbildung befindlichen Alpen ins Mittelland. Vermutlich ist die Quelle des Napfgoldes im Gebiet des heutigen Monte-Rosa-Massivs. In den "versteinerten Flusssedimenten" der Napf-Nagelfluh steckt das Gold.

Sternförmig fliessen die heutigen Bäche vom Napfgipfel weg und graben sich in die Nagelfluh ein. Regen und Schnee setzen das Edelmetall frei und reichern es in den Kiesbänken der Bäche und Flüsse wieder an. Weil das Napfgold schon eine so weite Reise hinter sich hat, findest du es als flache, sattgelb glänzende Flitter von meist unter einem Millimeter – klein, aber mit unverwechselbarem Goldglanz.



Die goldführenden Bäche am Napf

Luzerner Seite:

  • Grosse und Kleine Fontanne – zuverlässig goldführende Flüsse
  • Luthern, Enziwigger und Wigger – führen Gold, wenn auch etwas weniger als die Fontannen.
  • Kleine Emme – sammelt das Gold der Napf-Ostseite und trägt es Richtung Reuss.

Berner Seite:

  • Grüene, Hornbach und Ilfis - die Zuflüsse zur Grossen Emme auf Berner Seite
  • Grosse Emme – trägt das Emmentaler Gold Richtung Aare.

Gute Stellen erkennst du an Kiesbänken in Innenkurven, hinter grossen Blöcken und auf dem anstehenden Fels («Bedrock»), wo sich das schwere Gold ablagert.

Goldwaschplätze mit Anfahrt

Hier stelle ich dir ausgewählte, öffentlich zugängliche Plätze vor. Bitte beachte: Verhältnisse können sich ändern!

Grosse Fontanne (Unterlauf)

Anreise mit dem Auto:

  • Von Wolhusen oder Entlebuch kommend die Abzweigung "Romoos / Fontannen / Doppleschwand / Zyberliland" nehmen. Nach der Brücke über die Kleine Emme und der grossen Kurve rechts ins Tal der Kleinen Fontanne abzweigen (Wegweiser "Fontannen").
  • Parkieren beim Restaurant Fontannen-Pintli ist erlaubt, sofern etwas konsumiert wird (mindestens ein Café oder Nussgipfel ;-) vor/nach dem Goldwaschen. Falls das Restaurant nicht geöffnet ist oder keine Konsumation erwünscht ist, bitte CHF 5.- mit Dankeschön in den Briefkasten werfen. Bitte nicht an Sonntagen (wie Muttertage, etc.) mit natürlicherweise massiven Restaurant-Besuchern benützen (diese gehen vor!)

Anreise mit dem ÖV:

  • Mit der Bahn bis Bahnhof Wolhusen, dann mit dem Postauto bis Haltestelle Burgmatt. Von dort 10 Minuten Fussweg.

Schwierigkeitsgrad & Ausrüstung:

  • Leichter Zustieg, ideal für Familien. Gummistiefel und Schaufel genügen (Fischerstiefel/hüfthohe Stiefel bei mässig/hohem Wasserstand nötig, um den Bach zu überqueren).

Gut zu wissen:

  • Von hier aus flussaufwärts zu den klassischen Kiesbänken des Unterlaufs der Grossen Fontanne. Auch flussabwärts (unterhalb der Brücke) wurde gut Gold gefunden.
  • Swisstopo-Link
  • Flussaufwärts beginnt das geschützte Auengebiet "Grosse Fontanne / Badus Graben"! Nimm Rücksicht auf die Natur (z.B. Holz mitbringen um Feuer zu entfachen)
  • Weitere Fundstellen am Unterlauf der Grossen Fontanne findest du auf der Website des Goldwaschshops Glanzmann (Doppleschwand)

Seeblibach / Goldbach (Zuflüsse zur Grossen Fontanne)

Anreise mit dem Auto:

  • In Hasle die Abzweigung "Bramboden / Habschwanden / Bahnhof" nehmen. Auf der Anhöhe links weiter Richtung Bramboden bis kurz vor die Brücke über die Grosse Fontanne.
  • Parkieren neben dem Schopf vor der Brücke.
  • Von hier 15 Minuten Fussweg

Anreise mit dem ÖV:

  • Mit der Bahn bis Bahnhof Schüpfheim oder Hasle, dann mit dem Postauto bis Haltestelle Bramboden/Glashütte. Von dort 10 Minuten Fussweg.

Schwierigkeitsgrad & Ausrüstung:

  • Leichter Zustieg, auch machbar für Familien. Gummistiefel und Schaufel genügen.

Gut zu wissen:

  • Vom Parkplatz aus entlang der Strasse bergwärts bis zur Abzweigung der Kiesstrasse ins Seeblibach-Tobel. Goldwaschen entlang dem Seeblibach oder hoch bis zur Einmündung des Goldbachs.
  • Unten am Seeblibach stand einst eine Glashütte. Bei der Bushaltestelle sind noch die Fundamente der ehemaligen Schenke sichtbar.
  • Swisstopo-Link
  • Der Goldbach ist von hier aus nach der Einmündung nicht weiter passierbar (enge Schlucht).
  • Gehst du weiter den Seeblibach flussaufwärts, siehst du beim Hof Drachslis vielleicht einen Holzkohlenmeiler rauchen.
  • Noch weiter flussaufwärts (etwa 2 km vom Goldbach-Zusammenfluss aufwärts) beim Hof Seebli ging im Dezember 2023 ein Hangrutsch nieder. Sei vorsichtig, wenn du bis dort hoch gehst.
  • Das Wiesner Mysterion in Bramboden ist ein ausgezeichnetes Feinschmecker-Lokal. Es gibt aber auch ein Selbstbedienungs-Restaurant, falls du nur einen Café oder etwas trinken möchtest.

Hornbach bei Wasen im Emmental

Anreise mit dem Auto:

  • Aus Huttwil über die Fritzenfluh oder aus dem Emmental nach Wasen i.E. Hinter Wasen verzweigt sich die Strasse (Abzweiger "Hornbach"). Gerade dort befindet sich das Restaurant Hornbach-Pinte.
  • Parkieren beim Restaurant oder auf dem freien Platz über das Brücklein vis-à-vis Restaurant.
  • Von hier in den Bach

Anreise mit dem ÖV:

  • Mit der Bahn bis Bahnhof Sumiswald-Grünen oder Huttwil, dann mit dem Postauto bis Haltestelle Wasen i.E./Stegmatt. Von dort 30 Minuten Fussweg.

Schwierigkeitsgrad & Ausrüstung:

  • Leichter Zustieg (sofern Anfahrt motorisiert), geeignet für Familien. Gummistiefel und Schaufel genügen.

Gut zu wissen:

  • Bitte berücksichtige das ausgezeichnete Restaurant für eine Konsumation und frage, ob du zum Goldwaschen parkieren darfst.
  • Swisstopo-Link

Geführte Goldwasch-Kurse am Napf

Wenn du das Goldwaschen zuerst unter Anleitung ausprobieren möchtest: Rund um den Napf bieten erfahrene lokale Goldwäscher Kurse und Touren an – etwa (Aufzählung alphabetisch nach Nachnamen)

  • in der Region Doppleschwand und Romoos führen Stefan Grossenbacher (Goldprospector), Speisi&Lisa (Fontannen-Gold), Patrick Süss (Erlebe Schweiz), Gsto Unternährer (Napfgolderlebnis) und Beat Walser (Abenteuerwelt-Napf) an der Grossen Fontanne Kurse durch
  • im Emmental führen Reto Schrag (Goldwasch-Tour&Shop) und Marcel Siegenthaler (Swissgolder) an mehreren Orten Kurse durch

Ein Kurs ist der schnellste Weg, die Technik des Goldwaschens zu lernen – danach findest du mit dieser Seite und dem Buch deine eigenen Plätze. Das Buch ist auch bei den Kursanbietern im Verkauf. Ihre Kontaktdaten findest du hier:

Alle Bäche führen etwas Gold. Für das Goldwaschen eignen sich die etwas grösseren Bäche wie Grosse Fontanne, Hornbach/Grüene, Luther, Enziwigger, Ilfis besser, weil sich dort grössere Kiesbänke bilden. Achte zudem auf natürliche Flussläufe. Flussverbauungen stören die Bildung von Kiesbänken mit Goldanreicherung.
Nein, das Napfgold kommt immer in Form kleiner, flacher Goldflitter vor. Es gibt kein Berggold-Vorkommen am Napf. Das Nagelfluh-Gestein (Konglomerat) des Napfgebiets ist bereits Fluss-Sediment - einfach sehr altes.
Mit Pfanne und Schaufel darfst du im ganzen Napfgebiet - egal ob Kantone Bern oder Luzern - Gold waschen. Möchtest du eine Rinne/Schleuse einsetzen, musst du im Kanton Bern zuerst eine Bewilligung beantragen. Beachte, dass du nicht während der Laichzeit der Fische zum Goldwaschen gehst (Mitte/Ende Oktober bis Ende April).

Alle Fundstellen. Alle Regeln. Ein Buch.

Das Standardwerk «Gold in der Schweiz» führt dich zu 160 goldführenden Bächen – mit Karte der Goldvorkommen, 14 Regionen-Porträts und allen Arbeitstechniken.

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