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Den Goldnachweis erbringen – was steckt dahinter?

Den Goldnachweis erbringen – was steckt dahinter?

Dienstag, September 15, 2026

Unter Goldwäschern hört man manchmal diesen Satz: «Ich habe den Goldnachweis erbracht.» Klingt fast wie eine wissenschaftliche Entdeckung – und ist es in gewisser Weise auch.

Was bedeutet «Goldnachweis»?

Stell dir vor, du stehst an einem Bach, über den es keine historischen Aufzeichnungen gibt, keine Sage, keinen Hinweis in alten Karten oder Büchern. Niemand weiss, ob dort je Gold gefunden wurde. Du wagst einen Goldwasch-Versuch und findest ein winziges Goldflitter in deiner Pfanne. Du hast soeben etwas bewiesen, das vorher niemand dokumentiert hat. Das nennen wir Goldwäscher einen Goldnachweis.

Das ist kein spektakulärer Fund, kein Nugget, kein Reichtum. Es ist aber eine kleine Entdecker-Tat. Fast ein wenig wie die Forscher des 19. Jahrhunderts, die noch weisse Flecken auf der Weltkarte hatten. Heute gibt es kaum mehr solche Flecken. Aber an einem unbekannten Bach in der Schweiz oder im Ausland mit einer leeren Goldwaschpfanne zu stehen und als – zumindest wissentlich – erste Person Gold darin zu finden? Das ist jenes Stück Pioniergeist, das das Hobby Goldwaschen ausmacht!

Nur ein Fund mit Goldwaschpfanne ist ein richtiger Goldnachweis

Für einen sauberen Goldnachweis gibt es meiner Meinung nach eine klare Regel: Du arbeitest ausschliesslich mit der Goldwaschpfanne. Keine Schleuse, keine Handpumpe, keine andere Ausrüstung.

Der Grund ist einleuchtend: Schleusen und Handpumpen enthalten oft kleinste Goldreste aus früheren Einsätzen an anderen Gewässern. Dieser «Fremdgold-Einfluss» kann das Ergebnis verfälschen. Nur die Pfanne garantiert, dass das gefundene Gold auch wirklich aus diesem Bach stammt. Hier geht es um Sorgfalt und ein Stück weit auch um den wissenschaftlichen Ansatz.

Was du suchst, sind meist feinste Spuren: Goldflitter im Zehntel-Millimeter-Bereich, kaum sichtbar ohne Lupe. Das braucht Geduld, eine ruhige Hand und das richtige Auge. Und ja – es braucht manchmal auch Glück.

Ein Tag im Melchtal (OW): Goldnachweis versucht, nicht erbracht!

Kürzlich war ich mit einem Kollegen im Kanton Obwalden unterwegs – in der Grossen Melchaa und später im Diesselbach, der vom Nünalphorn herkommt. Unser Ziel: den Goldnachweis erbringen.

Obwalden und Nidwalden sind übrigens die einzigen Kantone der Schweiz, die in unserem Buch «Gold in der Schweiz» noch nicht mit goldführenden Bächen vertreten sind – was den Reiz natürlich erhöht.

Der historische Naturforscher Johann Jakob Scheuchzer hat in seiner bedeutenden «Hydrographia Helvetica» (1717) Goldfunde in dieser Region des Melchtals erwähnt. Und Hans Walter dokumentierte in seinem Werk über Bergbauversuche in den fünf alten Orten (1923) frühere Schürfversuche in dieser Gegend. Dazu kommen eine Goldsage von der Arnialp ob Engelberg (Gegenseite Nünalphorn) und der Flurname «Gruebi» am Nünalphorn – ein Hinweis auf alte Gruben oder Bergbautätigkeit. Die Indizien waren also vorhanden.

Wir testeten systematisch verschiedene Stellen: Bedrock-Spalten, Innenseiten von Flusskurven, alte Kiesbänke mit grossen Steinen, sogar Moos. Nach einem halben Tag: keine Spur von Gold. Aber Erz-Spuren fanden wir – immerhin ein Zeichen, dass die Geologie nicht ganz so todlangweilig ist.

Das Ergebnis? Kein Goldnachweis. Und trotzdem war es ein wertvoller Tag. Manchmal ist die Abwesenheit von Gold eben auch eine Information – und vielleicht haben wir es ja bloss dieses Mal nicht «erwischt».

Was du aus einem Versuch mitnimmst – ob Gold oder nicht

Ein Goldnachweis ist kein Muss. Aber der Versuch, einen zu erbringen, schärft den Blick. Du lernst, systematisch vorzugehen, verschiedene Goldwasch-Stellen zu testen und die Geologie einer Gegend zu lesen. Du übst die Geduld, die Goldwaschen verlangt. Und vielleicht – beim nächsten Versuch – liegt da plötzlich dieser kleine Flitter in deiner Pfanne.

In Zeiten, in denen Goldwaschen immer mehr reguliert wird und bekannte Goldwasch-Plätze immer weniger hergeben ist die Suche nach dem Goldnachweis die neue Herausforderung mit einem gewissen «Thrill». Unterwegs in unbekannten Gegenden, abseits vom Mainstream: Die Ruhe und der Frieden der Natur sind ganz dein!

Ich werde ins Melchtal zurückkehren. Der Bach hat noch nicht sein letztes Wort gesprochen. Oder bist du vor mir?

***

Welche Bäche in deiner Region kennt noch niemand? Im Buch «Gold in der Schweiz» findest du über 160 dokumentierte goldführende Gewässer – und vielleicht auch einen Hinweis auf den nächsten Bach, an dem du selbst Geschichte schreiben kannst. Schau dir das Buch und das Bundle im Shop an.

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